Seit Jahren halte ich mein Gewicht zwischen 45 und 48 kg.

Du wirst sagen: "Oh Gott, kann man damit überhaupt leben?"

Meine Antwort dazu: Ja, das kann man. Aber bis ich so weit war, hat es viel gekostet.

 

Als Kind war ich schon pummelig, von mir hielt man sogar die bewusste Lebertran-Flasche fern. Meine Schwester wurde zum „Mästen" zur Kur an die Nordsee geschickt - und ich saß da und ärgerte mich.
Ich habe fünf Kinder geboren, das letzte waren Zwillinge. Das ist viel Arbeit für einen Frauenkörper. Und von den Schwangerschaften blieben auch jedes Mal überschüssige Kilos übrig, weil man ja auf guten Rat aller für zwei essen musste - was grundverkehrt ist. Noch nach Jahren trug ich dann bei 164 cm Körpergröße 70 kg mit mir herum, ein Gewicht, was zwar nicht unbedingt als lebensbedrohlich anzusehen ist, das aber
dazu beitrug, dass ich mich in meiner „Hülle" nicht mehr wohl fühlte. Auf jeden Fall war es die Zeit, in der ich „Schlabberklamotten" lieben musste, um die Fettröllchen zu verstecken.
Irgendwann sah ich ein sehr ungünstiges Foto von mir und von dem Tag an habe ich meine Essgewohnheiten umgestellt. Ich habe dann keine Diät gemacht, weil ich das die Jahre vorher schon des Öfteren probiert hatte. Da war sofort der Jojo-Effekt da. 10 kg runter (z.B. mit der Eierdiät), danach 12 Kilo wieder rauf, weil man genauso weiter aß wie bisher. Zur Arbeit dicke Stullenpakete, jeden Tag warmes Kantinenessen und
abends eine belastende schwere Mahlzeit, weil ja schon wieder Appetit da war.
Abnehmen fängt im Kopf an; da helfen auch keine teuren Diätpillen, Fett-Reduzierer oder Appetithemmer. Einschränkend möchte ich dazu sagen, dass man gesund sein muss, wenn man die Gewichtsreduzierung ohne ärztliche Hilfe in Angriff nehmen möchte.
Und es bleibt jedem selber überlassen, was er als sein Wunsch- Normal- oder Wohlfühlgewicht betrachtet. Ich fühle mich nun mal wohl, wenn ich Treppen steigen kann, ohne dabei ins Schwitzen zu kommen, eine kurze Wegstrecke laufen kann, ohne schnaufen zu müssen oder auch meine Füße noch sehen kann, wenn ich
an mir herunter schaue. Aber da hat Jeder, wie bereits geschrieben, seine eigenen Vorstellungen. Und ich bin auch der Meinung, dass die Welt nicht nur aus Normalgewichtigen bestehen kann; es wäre ja schlimm, wenn Niemand mehr seine eigene Persönlichkeit entwickeln würde. Ich habe auf jeden Fall geschafft, meine Kilos, die mir lästig waren, loszuwerden.
Das passierte nach folgendem Motto: Frühstücke wie ein Kaiser, esse tagsüber normal und abends lebe wie ein Bettelmann. Zum Frühstück sollte man seinem Körper das geben, was er braucht, um den Tag zu überstehen. Man sollte hier nicht geizen; auch ein gut mit Butter beschmiertes Schwarzbrot
, reichlich belegt, hilft, sich mal richtig satt zu essen. Obst, Joghurt oder Quark, Müsli, Käse und Wurst, Honig oder Marmelade, all das sollte auch nicht fehlen. Zum Mittag sollte man sich dann schon sparsamer ernähren. D.h. auf Kalorien achten, fette Soßen und dick machende Speisen vermeiden und in der Kantine lieber zum Salatteller greifen. Am Abend ist Schmalhans Küchenmeister. Da man nach 18 Uhr normalerweise nicht mehr viele Kalorien verbraucht, sollte man danach auch nicht mehr viel essen. Ich habe es durchgehalten und es stets auf der Waage bemerkt, dass es sich gelohnt hat.
Und noch etwas: Bloß nicht
jeden Tag wiegen, das bringt nichts!
Außerdem bitte auf versteckte Kalorien achten. Alkohol, auch wenn es nur ein Schnaps ist, hat nun mal viele Kalorien. Und Schokolade - eigentlich alle Süßigkeiten -  schlagen da auch sehr ins Gewicht. Nebenbei sollte Jeder selber merken, was einem gut tut. Und wenn man mal gesündigt hat - sei es eine Familienfeier, ein Geschäftsessen oder eine Heißhungerattacke - ein Obst- Reis- oder auch Bouillon -Tag hilft da ganz schnell, die zusätzlichen Kalorien abzubauen. Und - auch wenn der Magen mal knurrt: So schnell stirbt es sich nicht an Hunger. Wichtig ist auf jeden Fall, dass man viel
trinkt. Und auch hier sollte man auf kalorienhaltige Getränke verzichten und lieber zu Obst- und Gemüsesäften, Selters, ungesüßtem Tee oder Kaffee (in Maßen) greifen. Auch Mate-Tee hat bei mir eine gute Wirkung gezeigt und den Appetit gehemmt.

 

Das war's, was ich zum Thema Wunschgewicht zu sagen hatte.

Auch wenn es Viele gibt, die sagen: „Mensch Hanni, du hast ja immer noch nicht zugenommen!"

Ich fühle mich wohl, und das ist mir wichtig.

07. Januar 2006

Inzwischen schreiben wir das Jahr 2006.
Es ist fünf Jahre her, dass ich etwas zum Wunschgewicht geschrieben habe.
Meins hat sich inzwischen geändert, ich bin älter, ruhiger und noch unsportlicher geworden, als ich es vorher schon war. Ich fahre kein Rad mehr und sitze viel am Computer. Es ist zwar nicht mehr mein Wunschgewicht, was ich mit mir herum trage, aber es ist noch ein Wohlfühlgewicht! Und zum Frühjahr habe ich die Absicht, ein paar Kilo weniger zu wiegen, um meinem Wunschgewicht, was sich mit zunehmendem Alter auch geändert hat, etwas näher zu kommen. Ich friere leicht und etwas muss man ja schließlich auf den
Knochen haben *g*.

Immerhin gehe ich stramm auf die 60 zu, man ist ja schließlich kein Teenager mehr ;-) 


Anfang Juni 2006:
Es sollte Sommer sein - jedenfalls laut meteorologischem Kalender - und ich habe es soweit geschafft.
Mein Gewicht hat sich nach der jetzigen Reduzierung auf 53 kg eingependelt, und damit bin ich zufrieden. Trug ich im Winter noch Jeans Größe 30, so passe ich jetzt in meine 26er rein. Und ich muss gestehen, dass sich das Allgemeinbefinden unwahrscheinlich gesteigert hat, ich mag mich wieder im Spiegel sehen und bin rundum zufrieden mit meinem Äußeren. Meine Kids schimpfen zwar, dass ich vor Kurzem „gesünder" ausgesehen habe, aber Fettringe sind IMHO nicht unbedingt mit Gesundheit gleich zu setzen. Jetzt heißt es nur noch, auf die richtige
Ernährung zu achten und sich auch mal zu bewegen, statt des Fahrstuhles die Treppe zu benutzen und kurze Wege nicht mit dem Auto zu erledigen.

Schon allein wegen der heutigen Benzinpreise ist das sowieso zu empfehlen ;-)       

Oktober 2014:

 

Schon lange habe ich einen neuen Weg gefunden, mit der Zeit angefutterte Kilos ganz schnell wieder los zu werden ;-)

Und damit habe ich mich über die Jahre gut gehalten und inzwischen ein stolzes Alter von 66 Jahren erreicht. Mein Gewicht beträgt 48 kg.

 

Ich gehe folgendermaßen vor:

Verzichtet wird komplett auf jegliche Art von Naschereien, seien es süße oder salzige. Auch kalorienhaltige Getränke sind komplett gestrichen.

Das Gute daran ist, dass man sich zu den Mahlzeiten richtig satt essen kann. Es fallen ja die Kalorien weg, die man sich sonst so ganz nebenbei zugeführt hat.

Bei Heißhunger-Attacken auf Süßes schäle ich mir eine Orange oder esse ein paar Trauben

-  Obst ist gesund ;-)

Und ich belohne mich dafür. Das ist wichtig und spornt an.

Ich lege mir für jeden Tag, an dem ich nicht genascht habe, 1 € zur Seite.

Inzwischen habe ich mir vom dadurch Zusammengesparten viel leisten können.

Nicht, dass ich das sonst nicht auch könnte, aber das ist etwas anderes!

Ich bin stolz wie Bolle!

 

 

Der knurrende Magen ist die eine Sache, aber das, was man zur Sättigung zu sich nimmt, eine andere.

Zu dem Thema gibt es im Internet ausreichend Informationen.

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